Autor Thema: Weiss wie Schnee.....rot wie Blut...  (Gelesen 1445 mal)

Zidaya

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Weiss wie Schnee.....rot wie Blut...
« am: 24. Dezember 2008, 05:00:21 »
Als sie am Tor einfach an den Wachen vorbeihuschen wollte, tief in ihren hellen Mantel gehüllt, hielt ein nicht mehr ganz junger Wächter sie am Arm fest. Er zog sie zurück, stellte sich vor sie, streifte ihre Kapuze zurück und sah sie lange an. " Ich kenne dich nicht...aber ich erinnere mich...an deine Augen....ich kenne deine Augen..." murmelte er verwundert vor sich hin. "Aber diese Augen haben geleuchtet, gestrahlt und gelächelt.....und trotzdem sind es dieselben." Er schüttelte den Kopf, wie um eine Erinnerung wachzurufen, oder auch, wie um eine abzuschütteln. Sie blickte ihn erwartungsvoll an, doch für den Moment schien er nichts weiter sagen zu wollen. So meinte sie : " Werter Herr, ich war noch nie hier in der Stadt, doch es heisst meine Mutter sei vor Zeiten hierher gekommen.....vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen? Ihr scheint sie gekannt zu haben...." Wieder schüttelte der Wächter den Kopf: " ´Gekannt? Nein....nein...gekannt hab ich sie nicht....nicht wirklich." Er seufzte: " Sie ging zu den Magiern Mädchen....die Magier haben mit uns normalen Leuten nicht viel zu schaffen, Kleines, und das ist oft ganz gut so...aber damals tat es mir leid. Und vielleicht wäre es anders für deine Mutter auch besser gewesen...bei den Göttern, du bist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten..weisse Roben trug sie...weiss wie Schnee....und rot wie Blut waren ihre Wunden...ich wünsche dir alles gute Mädchen." Mit den letzten Worten liess er ihren Arm los. Als sie noch etwas benommen ein paar Schritte weiterging, rief er ihr nach: " Hey Mädchen, wie heisst du? " Sie wandte sich um, neigte leicht ihren Kopf : " Man nennt mich Sophia" Als sie sich wiederaufrichtete, warf er ihr einen kleinen Gegenstand zu, den sie geschickt mit einer Hand auffing. " Der soll dir Glück bringen Kleines, du wirst es brauchen, deine Mutter hat es hier nicht gefunden." Verwundert öffnete sie ihre Hand....ein kleiner weisser Stein, hübsch anzusehen, soweit sie es beurteilen konnte aber völlig wertlos. Der Stein lag in ihrer Handfläche, klein, angenehm rund, kühl....doch wo er ihre Haut berührt hatte das erste mal, hatte sie ein blutendes Mal in der Handfläche. Lange stand sie so...betrachtete den Stein, ihre Hand....sann den Worten des Wächters nach, während das rege Treiben auf den Strassen Elterans an ihr vorbeizog.