Autor Thema: Westhang - Das Haus des Alchimisten  (Gelesen 1393 mal)

Offline Nabla

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Westhang - Das Haus des Alchimisten
« am: 14. Mai 2008, 17:45:53 »
Die von dem Rindori abgewandte Seite Elterans liegt an einem Berghang, der größtenteils dem Wohnviertel einverleibt ist. Dieser Hang bietet einen unbeschreiblichen Ausblick über die ganze Stadt, jedenfalls wenn das Wetter auch mitspielt, denn bei Nebel ist dieser Hang vollkommen in graue Schleier gehüllt. Viele der abergläubischen Armen Elterans führen dies auf den bekannten Alchimisten Zehnstein zurück, dessen Bemühungen, seine Erkenntnisse an andere Menschen weiterzugeben, er bereits vor Jahren aufgegeben hat, denn irgendwie will niemand einen praktischen Nutzen an seinem Kugelmodell, aus welches jeder Stoff aufgebaut sein soll, sehen.
So lebt er zurückgezogen in einem der wenigen, zweistöckigen und mt Efeu bewachsenen Fachwerkhäuser, die einzigsten Gebäude an dem Hang, welche auf einem natürlichen Vorsprung gebaut sind.

Während Nabla auf dem beschwerlichen, gewundenen Weg nach oben zu den Häusern ist, bewundert er die erstaunlich lebendige Natur, welche das Erquiklichste ist, was er seit seiner "Ankunft" in Elteran erlebt hat, weit ab vom Schmutz und Lärm in den restlichen Vierteln. Er sieht bunte Vögel, welche Nester bauen oder bereits auf der Suche nach Nahrung für ihre Jungen sind, Schmetterlinge in allen Farben und Variationen und selbst ein handzahmer Wolf kommt ihm entgegen.

Einige Minuten später geraten ihm die vereinzelt stehenden Häuser in Sicht, aber auch ein Schlagbaum mit einem Gardisten, welcher aussieht, als ob er das Gardistensein mit Herz und Seele ausübt. Bei ihm angekommen spricht er Nabla an:
Zutritt nur für Anwohner oder Leute mit einer Ermächtigung. Er mustert Nabla von oben bis unten spöttisch. Welche du sicher nicht hast.
Etwas verlegen holt Nabla das zerknietschte Stück Papier aus der Brusttasche, welches einst Auftrag als Überschrift trug.
Zaghaft hält er es der Wache hin. Dieser greift mit einer schnellen Bewegung seiner gewaltigen Pranken das Stück Papier, in das immer noch die Krallen eingewickelt sind.
Zu Nablas Überraschung gibt es jedoch keine Beanstandungen, dumme Fragen oder sonstiges Behindern; mit einem erstaunlich ehrlich gemeinstem Lächeln auf den Lippen spricht der Wachmann:
Soso, ihr seid also derjenige, der für Meister Zehnstein die Besorgungen machen sollte, er hat mich bereits informiert. Ihr solltet euch jedoch beeilen, er ist sehr ungeduldig. Nachdem er das gesprochen hat, beeilt der Gardist sich zusehens den Schlagbaum nach oben zu leiern und Nabla tritt ohne Zögern auf das feste Kopfsteinpflaster, welches seine müden Füße mit Freuden aufnahmen.
Schönen Tag noch der Herr rief ihm der Wachmann hinterher, sehr verdutzt aufgrund des Gespräches mit dem Gardisten, in dem er kein Wort gesagt hat, geht Nabla weiter, auf einen kleinen Platz zu, geschmückt von einer mächtigen Eiche.
« Letzte Änderung: 15. Mai 2008, 08:22:35 von Nabla »
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Yes, there are two paths you can go by, but in the long run
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Offline Nabla

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Re: Westhang - Das Haus des Alchimisten
« Antwort #1 am: 27. Mai 2008, 12:50:49 »
Auf der rechten Seite des Platzes, bedrohlich nahe am Abgrund stand das Fachwerkhaus des Alchimisten Zehnsteins. Als Nabla eintrat hatte er bereits die üblichen Klischees im Kopf: ein kleines verhutzeltes Männchen, das eilig zwischen mit blubbernden Flüssigkeiten gefüllten Glaskolben und bis zum ersticken vollgestopften Schränken mit allerlei Schriftrollen hin und her rennt.
Doch als er eintrat fand er eine ordentlich aufgeräumte und noble Wohnung. Hier lag nichts im Weg herum, qualmte oder explodierte gar. An den Wänden standen große verschlossene Schränke aus hellem Eichenholz, die Dielen unter Nablas Schuhen waren ausnahmslos fleckenfrei und gewienert und Licht kam nur durch zwei leidlich kleine Fenster an den gegenüberliegenden Hausseiten herein.
Hallo jemand zu Hause? fragte Nabla und augenblicklich erschien der Alchimist: Herajos zum Gruße, ihr seid wegen der Krallen hier hoffe ich? Nabla stand nun einem vollkommen normalen Menschen gegenüber, keinen Spitzhut, kein langer Bart, nicht mal eine Brille trug er.
Das ist wahr, hier sind sie, war gar nciht so einfach sie zu besorgen! Er reichte ihm die Krallen hin, Zehnstein ergriff sie sogleich und verschwand wieder in der kleinen Kammer aus der er gekommen war, bevor Nabla noch ein Wort sagen konnte. Etwas erbost über die unfreundliche Behandlung rief er: Ihr seid sehr geschäftig zu sein, deshalb lass ich euch in Ruhe. Vorher möcht ich aber gern noch meine Bezahlung erhalten!
Ohne sich nochmal blicken zu lassen rief der Alchimist: In dem Schränkchen zu eurer Linken befindet sich in der obersten Schublade ein Geldsäckchen. Nehmt es und verschwindet!
Gesagt, getan, Nabla nahm das Gold, offenbar viel mehr als vereinbart und verließ das Haus zufrieden.
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chormiezi

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Re: Westhang - Das Haus des Alchimisten
« Antwort #2 am: 17. Juli 2008, 21:27:39 »
Erstaunt sah Chor den Fremden aus Zehnsteins Anwesen kommen. Was hatte er dort zu suchen? Sie bebachtete den Fremden, bis er aus ihrem Gesichtsfeld verschwunden war. Dann ging sie zum Haus und sah durch das Fenster hinein. Doch sie konnte den Alchimisten nicht sehen. Sicher ist er in senem Labor und macht irgendwelche Experimente und de Fremde war eienr jener Leute von denen er seine Ingredenzien bezog, dachte sie bei sich. Langsam aber beunruhigt zog sie sich wieder zurück. Zehnstein  war nicht unbedingt berühmt für seine Harmlosigkeit.