Autor Thema: Ein Krähenbaum im Nebelschleier  (Gelesen 1024 mal)

Offline Nerinejh

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Ein Krähenbaum im Nebelschleier
« am: 09. September 2016, 17:24:47 »
Noch waren die Nächte angenehm, nicht zu kalt und nicht zu warm und doch barg jener Ort ein sonderbares Gefühl von Zeitlosigkeit. Nie trug dieser Blätter, egal zu welcher Jahreszeit auch immer man sich hier her verirrte. Denn nur so schien man tatsächlich jene Lichtung zu finden an dem der Krähenbaum stand. Mittig auf einer doch grünen Wiese umrandet von Dickicht und Gestrüpp. Auch heute am frühen Abend fanden sich die Krähen ein, von welchen der Baum seinen Namen bekam. Kohlrabenschwarze Vögel mit unendlichen kleinen Augen, krächzten und hüften von Ast zu Ast.
Sie schienen nervös zu sein, gestört in ihrer eigentlichen Ruhe und immer wieder hinab äugend, gab es auch mutigere Tiere. Der Grund für ihre Neugierde ?

Ein Körper, eingehüllt in einen bodenlangen Umhang, der unweit des Baumes im Gras lag. Zart wogend schlichen Nebelfäden um diesen herum und es schien als wollten sie ihn nicht aus ihrer Umarmung lassen. Die hochgelegte Kapuze verbarg das Gesicht nicht und stünde jemand hier, würde er das helle und ebenmäßige Gesicht sehen....das feuerrote Haar das sie herausstechen ließ. Ungesehen glühte das Drachenmal auf ihrem Rücken....die Flammen....die Drachin in ihr rumorte und im krähen der schwarzen Vögel, schlugen die Lider der Flammenseele auf.

Sie starrte in den Himmel über sich nicht wissend wo sie war, der Atem warm....heiß und unverkennbar sie selbst. Nerinejh blinzelte und hob die rechte Hand....langsam setzte sie sich auf und sah sich um. Dröhnender Kopfschmerz durchfuhr sie schneidend und das Gesicht verziehend ...wisperte sie " ...ich bin zurück ? Warum war ich fort ? Oh ihr Götter, was hab ich getan ? " 

Sie raffte Rock und Umhang....wacklig stand sie auf und raunte über die Lippen...Sie erinnerte sich...Bilder und Menschen traten in ihre Gedanken....die sonderbaren Augen füllten sich mit Tränen " oh..nein...verzeiht....ich...oh was hab ich getan "

Sie musste zur Stadt zurück...sie musste den Weg finden doch Schwindel verhinderte auch nur einen weiteren Schritt....

Offline Nerinejh

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Antw:Ein Krähenbaum im Nebelschleier
« Antwort #1 am: 14. September 2016, 10:49:40 »
Die Krähen des Baumes verstummten einen Moment und den kleinen schwarzen Kopf schräg legend, wurde die wankende Frau unterhalb ihres Baumes begutachtet. Hüpfend von Ast zu Ast betrachtet und als nicht weiter störend empfunden, begann das lautstarke Geschrei von neuem. Nerinejh schauderte einen Moment und sah sich nun genauer um. Kannte sie diesen Ort ? War hier, speziell an jenem Baum auf der Lichtung schon irgendeine Seele gewesen?
Das Flammenherz  glaubte nicht daran. Das Gras der Lichtung war Knöchelhoch und schon von einem satten grün, wäre der feine Nebel nicht, der wogend dicht über dem Boden kroch. Sie hörte ein sachtes rauschen und links von sich erspähte sie einen See oder Tümpel, vielleicht auch einen ungeahnten Bachlauf ? Das Drachenherz seufzte wieder und suchte in ihren Gedanken ....wo war sie gewesen ? Hier ? Diese lange Zeit ? Die schmalen Hände griffen hinter sich und hoben die weite Kapuze über das so auffallende Haar und verliehen ihr wieder jenes so unscheinbare Aussehen. Rechts von sich hatte sie einen kleinen Pfad entdeckt und dieser....er würde sie doch sicherlich irgendwo anders hinbringen ? Vielleicht in die Stadt ? Auf den Marktplatz oder....in ihr Zu Hause, wenn es denn noch da war ?

Nerinejh ging los, den Kopf verborgen und leicht gesenkt...einzigst die stete Wärme war zu spüren und ganz empfindsame Wesen würden ihre Nähe fühlen...das innere grollen der Drachin. Es gab so vieles das zu tun war....so viele Seelen die sie hier hat zurückgelassen...

Offline Penthesilea

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Antw:Ein Krähenbaum im Nebelschleier
« Antwort #2 am: 14. September 2016, 14:39:10 »
Lautstark machte sich die Nebelkrähe bemerkbar. Ihre Herrin unterbrach die Arbeit an der Spruchrolle, die sie gerade beschrieb, trat ans Fenster und ließ den Vogel ein. Was willst du mir sagen, Equinox?, fragte sie leise, als sie sah, dass der Vogel nicht wie sonst eine Nachricht bei sich trug. Der Vogel wurde ruhig und zeigte der Magierin, was er gesehen hatte. Diese blickte durch die Augen der Krähe, erfasste, was diese erblickt hatte, und verstand: Sie - die Drachenfrau - war wieder da! Was hatte sie wohl zu ihrer Rückkehr nach Elteran bewogen?
Wo ein Wille ist, da ist auch ein Problem.