Autor Thema: Dort, wo die Wachen ruhen  (Gelesen 1955 mal)

Urumil

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Dort, wo die Wachen ruhen
« am: 27. Dezember 2008, 14:57:49 »
Urumil und Samsas Traum tauchten am Ost-Tor des Stadtparks auf, gehüllt in dunkle Gewänder, das Gesicht von allerlei Tüchern und einer Kapuze verdeckt.
Samsas Traum hielt eine Implosionskugel und einige Rauchkugeln in der Hand, Urumil zog zwei Feuerelixiere aus der Tasche und hielt sie in den Händen.

Beide starrten ans andere Ende des Stadtparks, wo die Kaserne der Wache stand. Nur zwei Fenster waren erleuchtet.
Das eine gehörte der letzten jetzt noch wachen Wache und das andere war das Fenster der Zelle, in der der Dienstjunge und vielleicht noch andere Gefangene saßen.

Die beiden jagten los. Sie verschmolzen ihre schwarzen Roben mit den Schatten der Bäume, huschten hinter Steinen entlang und hüpften geschwind über Büsche und Bänke. Innerhalb weniger Minuten standen sie davor.

Urumil

  • Gast
Re: Dort, wo die Wachen ruhen
« Antwort #1 am: 27. Dezember 2008, 17:17:00 »
Samsas Traum holte ein Beutelchen heraus und reichte es Urumil.
Es war schwer, und wenn man es schüttelte, klimperte es zart darin. Urumil öffnete den Beutel und entnahm ihm Dietriche verschiedenster Art, sah dann seinen Begleiter an und erhaschte einen Blick von der großen Tür des Wachhauses.
"Muss das sein?", fragte er Samsas Traum wehleidig, "Können wir nicht auch durch das Fenster?"
Nickend machte sich Samsas Traum auf zur Ost-Fassade der Kaserne, drehte sich um und verschränkte die Hände ineinander.
"Eine Leiter, wie die Räuber sie nutzen!", sagte er leise und nickte.
Urumil steckte die Dietriche ein, holte eine Art Spitzhacke heraus und lief auf seinen Kumpanen zu.
Einen Meter davor sprang er mit einem Bein in seine Hände und streckte sich, Samsas Traum hob seinen Körper und schleuderte Urumil hinauf.
Auf dem Höhepunkt seiner Flugbahn schlug Urumil die Spitzhacke in die tonerne Wand.
"Alles klar, ich hänge!", flüsterte er herunter. Mondlicht warf Schatten an die Wände.
Samsas Traum warf Urumil eine zweite Spitzhacke hinauf, mit der er die Wand bis zu einem Fenster hinauf kletterte.
Das Fenster war dunkel. Leise öffnete Urumil das Fenster.

Urumil

  • Gast
Re: Dort, wo die Wachen ruhen
« Antwort #2 am: 28. Dezember 2008, 14:32:21 »
Er war hineingeklettert und hatte seinem Kumpanen ein Seil hinabgeworfen. Dieser hatte es ergriffen und war auch heraufgeklettert.
Urumil hatte die im Zimmer schlafenden Wachen sicherheitshalber betäubt. Nun schlichen die beiden den Gang entlang, in ständiger Erwartung einer Wache. Doch niemand schien hier wach zu sein, außer die beiden Eindringlinge.
Nach etwa zehn Minuten sinnlosen Herumirrens im ersten Stockwerk fanden sie eine Treppe. An ihrem anderen Ende erhellte ein kleiner Lichtschein den tonernen Boden.

Urumil gab seinem Kumpanen ein Zeichen und begann leise den Abstieg. Bei jedem Schritt knarrte die Treppe.

Zuzu

  • Gast
Re: Dort, wo die Wachen ruhen
« Antwort #3 am: 18. April 2009, 19:27:48 »
Auch Zuzu mischte sich unter die Menschenmenge, die sich im Park auf einmal gebildet hatte. Ein großer Anschlag hing am Tor der Wache:

"In einer Nacht vor zwei Wochen brachen zwei Taugenichtse in die Wache ein. Einer entkam, der andere, wurde für ewig eingekerkert! Lasst euch das eine Lehre sein, Elteraner!"