Autor Thema: Die Felder  (Gelesen 1902 mal)

Offline Nabla

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Die Felder
« am: 20. April 2008, 17:51:03 »
Einen halben Kilometer von Elterans Stadttor entfernt beginnen die Ländereien der Großbauern, rießige Felder, soweit das Auge reicht. Nabla schlenderte pfeifend einen ausgetretenen Feldweg entlang, links von ihm ein Feld mit Gerste, die seltsamen niedrigen, mit kleinen roten Früchten bestückten Pflanzen zu seiner Rechten konnte er aber nicht bestimmen, immerhin ist er kein Bauer. Mmh, vielleicht sollte ich mal eine Beere probieren, dachte er sich und pflückte eine der saftigen roten Früchte, schob sie in den Mund und wie von Geisterhand waren die letzten Überreste seiner Kopfschmerzen verflogen.

Heilende, kleine lustige Beeren? Während Nabla noch etwas unschlüssig die ihm unbekannten Pflanzen betrachtete, näherte sich ihm ein junger Bauer.
"Man nennt sie Guljakbeeren, wisst ihr das denn nicht? Sie wachsen doch im ganzen Land! Mein Name ist übrigens Halvar." Nabla drehte sich verblüfft zu dem jungen Mann um, und versuchte dabei die gepflückten Früchte hinter sienem Rücken zu verstecken. "Nein die sehe ich zum ersten Mal. Das liegt vielleicht auch daran, das ich mein Gedächtnis verloren habe. Achso und ich bin Nabla und bin auf der Suche nach einer alten Gruft, die hier irgendwo zu finden sein soll."
"Die alte Gruft?" Der junge Mann erbleichte augenblicklich. "Dort wollt ihr nicht hin, sie befindet sich in dieser Richtung, aber entschuldigt ich muss nun wieder an die Arbeit..." sprach er und drehte sich, noch ehe er den Satz fertig gesprochen hatte um und rannte in Richtung der Bauernhäuser.

Nabla drehte sich in die gezeigte Richtung und konnte am Ende der Felder die schwachen Umrisse einer Ruine erkennen. Er kümmerte sich nicht um die Warnung eines dummen Bauernjungen, steckte noch ein paar der Guljakbeeren ein und schritt den Feldweg weiter.
« Letzte Änderung: 20. April 2008, 18:10:10 von Nabla »
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Offline Nabla

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Re: Die Felder
« Antwort #1 am: 22. April 2008, 17:26:49 »
Nach einem Fußmarsch von einer halben Stunde quer durch das Feld stand Nabla einige Meter vor der Ruine. Nur mit viel Phantasie konnte man gedanklich die alte kleine Kapelle rekonstruieren, die jetzt eher nach einem Haufen Bauschutt aussah. Mit ein paar geschickten Schritten überwand Nabla das, was von der Mauer noch übrig geblieben ist und stand nun an dem Fleck, wohl früher wohl mal ein Altar der Teraja stand.
Von dem ursprünglichen Gemäuer war kaum noch etwas übrig, die Fenster waren wegen des Glases gestohlen, genauso wie der gesamte Altar, übrig waren nur noch ein paar alte, volkommen verrottete Bänke, die sicherlich bei der kleinsten Berührung zusammenfallen würden.

Noch waren es eins, zwei Stunden bis zur Dämmerung, deshalb sah sich Nabla nach einem geeigneten Versteck um. Hinter einer umgestürzten Säule bezog er Stellung und wartete geduldig, bis es dunkel war.
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Re: Die Felder
« Antwort #2 am: 12. Mai 2008, 19:59:27 »
Durch den Ruf einer Waldeule irgendwo über ihm wurde Nabla aus seinen Träumen gerissen. Es war bereits tiefste Nacht und der Vollmond, umrahmt von einem Heer aus Sternen  stand hoch am Himmel.
Als er sich aufrichtete und seine müden Glieder reckte, bemerkte er plötzlich einen Schatten, der auf einer der noch stehenden Rippe der Kirchenschiffs hockte. Ein zuversichtliches Lächeln umspielte seine Lippen, Nabla bückte sich, hob einen kleinen Stein auf und warf diesen auf das Ungetier.
Als sie der Stein traf, kreischte die Gargoyle erschrocken auf und glitt mit aufgeschlagenen Flügeln zu Boden. Das Monster war etwa 7 Fuß hoch hatte eine dunkelgraue, ungesunde Hautfarbe und bäumte sich nun vor Nabla auf, um seine volle Größe zu demonstrieren.
Ein leichter Schauer befiel Nabla, er achtete jedoch nicht darauf, jetzt galt es zu überleben. Beidhändig ergriff er den blanken verrosteten Zweihänder, der rechts von ihm an der Wand lehnte und hob diesen hoch über seinen Kopf. Posta di Falcone, also die Wacht des Falken nennt sich dieser Kampfstil, einfach aber effektiv und das Einzigste, an was sich Nabla noch erinnert.

Als die Gargoyle zum Angriff übergehen wollte, macte Nabla einen Ausfallschritt vorwärts, begleitet von einem kräftigen Hieb von oben, das Monster wich jedoch aus und wollte nun seine ungeschützte Flanke angreifen. Nabla drehte den Zweihänder mit einer geschickten Bewegung und rammte das Schwertheft gegen die Brust des Ungetüms, nutzte dessen Überraschung und brachte sich mit einem kleinen Sprung in den Rücken der Gargoyle. Mit einem letzten wuchtigen Hieb erledigte Nabla den Nekrophagen, welcher sofort tot zu Boden fiel.

Nabla legte sein Schwert zur Seite, wischte sich den Schweiß von der Stirn und genoß einen Moment lang seinen Sieg. Er beugte sich über den übel riechenden Kadaver und drehte mit geschickten Handbewegungen eine Handvoll Krallen aus den Klauen der Gargoyle. Diese wickelte er in den Auftrag, welchen er aus dem "giftgrünen Drachen" mitgenommen hatte und steckte diesen anschließend wieder sorgfältig in seiner Brusttasche.

Ohne sich noch einmal umzusehen wandte Nabla sich wieder Richtung Ausgang, schulterte sein Schwert und betrat wieder den Feldweg.
Unterwegs genoß er noch eine dieser süßlichen Beeren und erreichte zügig wieder das Stadttor, bewacht von zwei schnarchenden Wachen. Als er das Tor passierte graute bereits der Morgen und Nabla suchte sich einen Platz zum Ausruhen.
« Letzte Änderung: 12. Mai 2008, 23:01:40 von Nabla »
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