Autor Thema: Deran der Forscher - Wie alles begann  (Gelesen 1146 mal)

Offline JohnMandrake

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Deran der Forscher - Wie alles begann
« am: 27. Mai 2011, 21:09:55 »
Deran, ein Forscher aus der Zeit in der die Stadt Tenar noch ein Umschlagsplatz für Waren aller Art war, interessierte sich für Elixiere und Tränke, aber auch für die Wesen in der Umgebung der Stadt. Er forschte bevorzugt in der nähe vom Zentaurenwald, der Nordwestlich von Tenar liegt. Eine seiner Aufzeichnungen, die er immer schrieb wenn er Heim kam, hat man gefunden. Es sind die ersten die er verfasst hatte.

Geschrieben von Deran dem Forscher, am 27. Maius im Jahre 1237

Dies ist die Erste Aufzeichnung, die ich, Deran Saldarte verfasse.
Es gibt einen guten Grund dafür, da ich zum einen, neue Tier- und Pflanzenarten suche, und zum anderen weil etwas geschah.
Es geschah gestern, am 20. Maius, als ich zum ersten mal in den Zentaurenwald ging, um mir die Gegend einzuprägen, um mich später zurecht zu finden, und vielleicht schon eine neue Art zu entdecken. So ging ich morgens in den Wald hinein, der für mich eine einzige Idylle, in der ich mich wohl fühlen kann, auch wenn es schier unmöglich ist meine Laune zu heben.
So vermute ich es zumindest, denn an diesem Tag geschah etwas.
Ich war erst einige hundert Meter in den Wald gegangen, als ich schon ein Hufgetrappel vernahm. Ich lauschte. In diesem Wald kann man nur an wenigen Stellen mit seinem Pferd unterwegs sein, und diese hier gehörte nicht dazu.
Ich schaute mich um, da schoss schon ein Pfeil durch meine Robe, welcher mich zurückschleuderte und sich in einen Baum rammte. Ich konnte mich nicht davon losreißen, da meine Robe aus Festem Stoff besteht, wie konnte der Pfeil nur mit solcher Wucht sie durchschlagen? Und da sah ich sie: Es waren Männer... Zumindest hatten sie den Körper von Männern, aber ich Unterkörper, war der eines Pferdes! Sie waren um die 2,20Meter groß. Ich habe schon früher von diesen Wesen gehört, und mir wurde klar warum dieser Wald Zentaurenwald hieß. Wieso hatte mich niemand gewarnt? Ich war zwar neu in der Stadt, doch dies ist eine Minimale Unannehmlichkeit, die keinem Schadete. Die Zentauren umkreisten mich, und zielten mit Langbögen auf mich. Ich hatte wirklich angst in diesen Sekunden...
Sie nahmen ihre Waffen runter, zwei von ihnen kamen um mich genauer zu betrachten.
Sie schauten mich genau an, und sogen meinen Geruch in sich auf. Ihre Mienen blieben während der ganzen Prozedur ernst. Einer der Zentauren, der, der rechts von mir stand, nahm den Pfeil, der ungefähr 15 cm in den Baum eingedrungen war, sachte heraus.
Es kostete ihn nicht einmal eine große Anstrengung.
 Ich sackte in dem Moment zusammen, als der Pfeil aus dem Baum entfernt wurde.
Einer der Zentauren pflückte mich einfach vom Boden auf und brachte mich mit den anderen Zentauren in eine Höhle, die mit einem Steinwall geschützt war, welcher ein Tor beinhielt.
Meine Augen gewöhnten sich schnell an das Licht in der Höhle, sie war schlicht ausgehöhlt worden, und hatte einen Steinernen Käfig in seinem Innerem.
Ich wurde sachte abgeworfen und in den Käfig gezwängt. Die Zentauren (es waren insgesamt neun Stück) sahen mich mit, wie auch erwartet, ernster Miene an.
Einer von ihnen, er war ein Stück größer als die anderen, sprach mit einer wunderlichen tiefen Stimme, die trotz der Bedrohung, die darin lag, sehr angenehm klang: „Mensch, du bist in das Terrain der  Zentauren getreten, ohne jegliche Erlaubnis. Normaler weise werden die Eindringlinge getötet die wir erwischen, doch in diesen Tagen feiern wir das Heiligste des ganzen Jahres. Lertsjur, die Tage, in denen unser Gott uns erschuf sind angebrochen, und wir töten nicht in dieser Zeit. Du wirst diese Tage in dieser Höhle gefangen gehalten, sobald die heilige Zeit vorrüber ist, werden die Orakel über dein Schicksal entscheiden. Fühle dich geehrt.“
So verließen die Zentauren die Höhle, und ließen mich alleine.
Ich war erleichtert darüber das ich in dieser Zeit hier für mich sein konnte. Ich erhielt Beeren und Wurzeln als Nahrung, und Wasser als Getränk. Sie legten mir sogar einen Haufen Stroh hin in den ich mich legen konnte.
Ich hörte sie zwar nicht feiern, aber ich konnte ein kribbeln in der Luft spüren.
Es waren wahrhaftig heilige Tage...
Am 6. Tag, also dem vorletzten für mich bei den Zentauren, verletzte sich ein Zentaure an einer Falle die im Wald ausgelegt worden war, vor vielen Jahren. Sie war schon stark verrostet, so das sich die Wunden des Zentauren entzündeten und er Fieber bekam.
Sie konnten ihm nicht helfen. Ich, als Forscher habe Ahung von Tränken und Elixieren die ihn retten konnten. Doch erst am nächsten Tag würde ein Zentaure kommen um mir meine Speisen zu bringen.
Und es kam ein Zentaure, denn um mein Leben sollte erst am Abend entschieden werden.
Er brachte mir wie immer die Beeren, Wurzeln und das Wasser. Ich sprach ihn jedoch diesmal an, was ihn etwas erschreckte: „Zentaure, ich habe gehört was bei euch geschehen ist. Der Zentaure wird sterben wenn man ihm nicht angemessene Medizin gibt!“
„Das wissen wir, doch wir finden nichts was ihm helfen könnte...“, sprach dieser mit einer sehr tiefen Stimme.
„Ich kenne aber einige die ihm helfen können! Ich bräuchte nur die Zutaten und Materialien dafür!, bekräftete ich meine Aussage. Ich wollte zum einen den Zentauren retten, und zum anderen vielleicht so mich selber retten.
Der Zentaure starrte mich an. Er brummte etwas freundlicher „Ich komme gleich wieder, dann musst du uns die Zutaten nennen...“
Er ging, oder ritt fort.
Kurze Zeit später kamen Zehn Zentauren, wovon einer etwas anders gekleidet war.
Dieser eine Zentaure sprach mich an: „Nun denn Mensch, nenne uns die Zutaten die du für die Medizin brauchst, um unseren Bruder zu retten.“
„Nun“, ich musste nicht lange überlegen „ich brauche zwei Jorugawurzeln, eine Guljakbeere und ein Yantiskraut.“
Die Zentauren starrten mich an: „ Wir kennen  diese Pflanzen nicht!“
„Vielleicht kennt ihr auch einfach nicht unsere begriffe für die Pflanzen.
Die Guljakbeere wächst in der nähe von Wasser, sucht also in der nähe von Flüssen oder Bächen. Sie wächst an Streuchern, sie ist klein, rot und rund.
Die Jorugawurzel wächst am Ende einer Blauen Blume, welche einen angenehmen Geruch absondert.
Das Yantiskraut ist eine kleine Pflanze, deren Blätter Gelb-Grün gefärbt sind, leider gibt es davon leider nur noch wenige Pflanzen...“
Die Zentauren überlegten kurz.
„Hat sicher jeder die Beschreibungen gemerkt?“, fragte auf einmal der anders gekleidete Zentaure.
Die restlichen Nickten nur oder bejahten.
„Dann sucht diese Pflanzen, bis auf diese Yantiskraut, nach der Beschreibung her ist es das, was wir hier züchten...“
Die Zentauren machten sich auf den Weg, ich wurde freigelassen und musste mit dem einem Zentauren zu einem kleinem Feld gehen.
„Das ist eindeutig Yantiskraut!“, frohlockte ich.
„Gut, dann pflück dir eine Pflanze und bereite dich vor. Ich weiß zwar nicht, was du vor hast Mensch, aber ich hoffe es geschieht unter dem Segen unseres Gottes.“
Ich pflückte mir also eine Pflanze, und wir gingen zur Höhle zurück.
Dort entzündete ich ein Feuer, worüber ich einen Kunstvoll verzierten Topf hängte. Ich hatte vor ein normales Gegengift zu brauen. Das sollte dem verletztem Zentauren wohltuen. Wir mussten nicht lange warten, als die ersten Zentauren da waren, um ihre Funde zu präsentieren.
Sie fanden mehrere Jorugawurzeln und viele Guljakbeeren.
Ich konnte mit der Herstellung beginnen.
Binnen weniger Minuten, hatte ich das Gegengift in eine Phiole gefüllt, die die Zentauren sich selbst fertigten. Wir gingen damit zu dem verletzten, damit er den Trank bekommen konnte.
Er trank ihn, zwar nicht genüsslich, aber er trank ihn.
Wir warteten.
Und warteten.
Endlich senkte sich sein Fieber nach ungefähr 35 Minuten, und die Entzündung ging zurück.
Die Zentauren strahlten und umarmten sich gegenseitig, schließlich auch mich.
Der eine Zentaure, der mich schon einige Zeit begleitete, sprach zu mir: „ Nun Mensch, lass mich dir Vorstellen. Ich heiße Bandlar, und bin eines der Orakel der Zentauren.
Ich freue mich bekennen zu dürfen, das du, Mensch, nun frei bist, und auf ewig bei den Zentauren willkommen bist! Doch ich hätte noch eine bitte an dich, nenne uns deinen Namen.“
Ich war von dieser Rede etwas verwirrt, doch ich fasste mich wieder: „ Ich heiße Deran Saldarte, und bin eine Art Medizinmann, wie ihr das sagen würdet. Ich möchte so viel erfahren und so viel entdecken, wie es in meiner Lebensspanne nur möglich ist.
Weswegen ich auch in euren Wald eingedrungen bin.“
„ Nun Deran, dann heiße ich dich willkommen bei den Zentauren, und erlaube dir hiermit den Wald zu betreten, wann immer es dir beliebt. Ich möchte dir außerdem noch meinen Dank ausrichten, meinen und den meiner Brüder. Wir danken dir vielmals, wir stehen in deiner Schuld.“
Nach dieser Rede war ich nicht verwirrt, sondern froh über diese Worte.
Mit solchen reden ging es dann noch eine Weile weiter, bis sie eine kleine Feier vor der Gefängnishöhle machten, zu meinen Ehren. Es war schön, es wurde leise Musik gemacht, und man unterhielt sich, bis in die späten Abendstunden.
Am frühen morgen konnte ich dann gehen, da ich unbedingt diese Ereignisse festhalten wollte. Nachdem ich dies jetzt alles niedergeschrieben habe, muss ich mich ausruhen, ich werde erst in den nächsten Tagen wieder auf eine Exkursion gehen, da ich ausgelaugt bin, trotz meines alters von 39 Jahren, fühle ich mich wie 60.
Ich werde jetzt ruhen. Bis ich morgen ganz entspannt noch mal über das vergangene nachdenken kann.


Gez. Deran Saldarte

Man sucht noch immer nach seinen Restlichen Aufzeichnungen, die in der ganzen Stadt verteilt liegen. Es wird erhofft, das sie nicht den vielen Bränden zum Opfer vielen, die die Orks gelegt haben.




Autor    JohnMandrake